The "Greater Good" des Umweltschutzes

Die Quadratur des Diskurses
Die Quadratur des Diskurses

Von Alexander Fehr

Die Philosophie des Energiediskurses

 

The "Greater Good" des Umweltschutzes - gibt es so etwas?

 

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will Umweltvorgaben lockern, um den Bau von Stromautobahnen zu beschleunigen. Mit dem geltenden Naturschutz sei der Bau von Leitungen zwar möglich, aber es komme immer wieder zu unnötigen Verzögerungen. Das sagte Rösler der «Welt am Sonntag». Er will prüfen lassen, ob europäische Umweltvorgaben vorübergehend außer Kraft gesetzt werden können. (dpa)

 

Die Frage ist, ob es so etwas wie ein übergeordnetes Wohl im Umweltschutz geben kann und darf?

Objektiv kann das Gelingen der Energiewende einen weitaus höheren Nutzen für den Klimaschutz erzielen als der Schutz von lokalen Vogelzugrouten oder Krötenübergängen. Die Frage ist nur, ob sich Umweltschutz qualifizieren lässt?

 

Die Energiewende, als komplexes, abstraktes Projekt hat ein Legitimationsproblem. Ihr Nutzen ist nur in ferner Zukunft spürbar und erfahrbar, während die Eingriffe, beispielsweise des Netzausbaus, in das Landschaftsbild für Anwohner sofort erfahrbar sind. Die Bäume im Thüringer Wald fallen heute spürbar und erfahrbar, der CO²-Gehalt sinkt womöglich erst in Jahrzehnten unsichtbar und nicht erfahrbar.

 

Dieser Umstand lässt in der Bevölkerung schnell Widerstand gegen lokale Eingriffe in das Landschaftsbild wachsen. Was dann oft folgt, sind nervenaufreibende und zeitintensive Diskussionen und Konflikte auf allen Seiten. Diese Diskussionen will Rössler jetzt umgehen.

 

Grundsätzlich ist die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen für die Energiewende eine sinnvolle Maßnahme. Rössler bedient sich hier aber den falschen Mitteln.

 

Anstatt Umweltschutz auszusetzen und damit den Bürgern die Mündigkeit zu entziehen, sollte vielmehr Wert darauf gelegt werden, frühzeitig in Gespräche mit den Anwohnern zu gehen und hier im Diskurs in einer frühen Planungsphase zu einer Einigung zu gelangen.

 

Aufgrund des oben angesprochenen Antizipationsproblems muss eben der zukünftige Nutzen besser kommuniziert werden, damit der unmittelbare Verlust ertragbar wird.

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