Die Energiewende ist um eine große Zahl reicher

Von Alexander Fehr

Wie vergleichen wir die Kosten von Energietechnologien?

 

Bundesumweltminister Peter Altmaier rechnet vor, dass uns die Energiewende bis 2022 bis zu 1 Billion Euro kosten könnte. Das sind 1000 Milliarden und damit ca. doppelt so viel, wie in einigen Studien im letzten Jahr noch errechnet wurde.



Doch was soll diese vernichtende Kostenprognose uns in der aktuellen Lage bringen, als noch mehr Verunsicherung bei den Bürgern. Das paradoxe ist, das Altmaier damit argumentiert, dass wir eine derartige Kostenbelastung für nachfolgende Generationen nicht verursachen dürfen.

Dabei versuchen wir mit der Energiewende überhaupt erst eine lebenswerte Grundlage für nachfolgende Generationen zu schaffen.


Die finanziellen Kosten der Energiewende müssten mit den Kosten für die potenziellen Schäden anderer Technologien verglichen werden damit eine sinnvolle Aussage daraus abgeleitet werden kann.

So haben Studien im letzten Jahr ergeben, dass bei einem schlimmstmöglichen atomaren Super-Gau mit Folgekosten bis zu 6 Billionen Euro gerechnet werden könnte. Die aktuellen Kosten der letzten zwei Jahre für die Katastrophe von Fukushima belaufen sich ohne Übertreibungen auf ca. 100 Milliarden Euro.

Die Vergleichbarkeit mit der Schäden von CO2 Emissionen kann derzeit auch nur schwer in Zahlen gefasst werden, da der Markt für den Emissionshandel derzeit nicht funktioniert und eine Tonne CO2 derzeit mit 8€ sehr günstig ist und damit keine Anreize zu Einsparungen schafft.

Diese Einwände führen zu der Erkenntnis, das große Zahlen alleine wenig Aussagekraft für die Kosten von Energietechnologien besitzen. Sie müssten in einem umfassenden Modell über die gesamte Produktions- und Emissionskette der Stromerzeugung erhoben werden, um Vergleichbarkeit zu schaffen.

Es liegt an der Wissenschaft dieses Modell zu erarbeiten und zu erproben. Die von Altmaier ins Feld geführten Zahlen eignen sich gut um die Strompreisbremse durchzusetzen, sie bergen aber auch das sehr hohe Risiko die Akzeptanz zur Energiewende bei den Bürgern zu verwirken und das Projekt damit zum Scheitern zu verurteilen.


Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/altmaier-billion-oekostrom-fracking

Vgl. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/versicherung-der-kernkraft-mal-die-betreiber-zahlen-lassen-1.1074008

Vgl. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/risiko-atomkraft-forscher-errechnen-horrende-haftpflicht-kosten-fuer-akw-a-761826.html

Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Energieblogger, Energiewende, Community

News