Die soziale Dimension der Energiewende

Stromabschaltung, soziale Energiewende
Bild: CO2ONLINE

Von Alexander Fehr

#Energiearmut ein Thema für alle Parteien.

 

Die Sorge um die Bezahlbarkeit vom Strom ist mittlerweile voll auf der Tagesordnung der Politik. Doch oft geht es dabei um eine generelle Preisdebatte für Bürger und Industrie.

 

Während sich die meisten Haushalte über die Mehrkosten bei der Energiewende genau einmal im Jahr ärgern, wenn die Stromabrechnung kommt, haben es einkommensschwächere Haushalte damit nicht so leicht. Derzeit wird bundesweit 700.000 Haushalten jährlich der Strom abgeschaltet. Eine stattliche Zahl, doch für das Wahlergebnis wohl eine vernachlässigenswerte Minderheit.

Diese Haushalte müssen jeden Euro zweimal umdrehen und haben durchaus Probleme damit die Preissteigerungen im Energiebereich aufzufangen. Die Folgen sind Rückstände bei den Energieversorgern und nach zwei Mahnungen meist die Stromabschaltung. Der Eingriff einer Stromabschaltung stellt in der modernen Zeit jedoch Menschen vor riesige soziale Probleme und ist damit nicht verhältnismäßig.

 

Wer abfällig meint, dass damit die Leute vom Fernseher endlich wegkommen und Arbeiten gehen sollen, erfasst nicht die Tragweite einer Stromabschaltung.

 

Ohne Strom gibt es kein Essen, keine saubere Kleindung, keine Kommunikation. Gerade für Familien mit Kindern raubt eine Stromabschaltung damit auch Chancen.

 

Von den Energieversorgern hört man in diesem Kontext, dass Sozialpolitik keine Aufgabe von Konzernen sei. Was juristisch Zutrifft, sollte die Politik alarmieren tätig zu werden. Energie als Daseinversorgung sollte verhindern, dass Stromabschaltungen durchgeführt werden. Die Versorger sollten die Möglichkeit bekommen bei Rückständen direkt mit den Sozialbehörden in Kontakt zu treten.

 

Dies bedeutet nicht, dass hier Freifahrtsscheine für Stromverbrauch ausgestellt werden sollten, sondern dass mit allen Beteiligten ein verantwortungsvolles Modell erarbeitet werden muss, dass einen frühzeitigen Umgang mit Rückständen zulässt.

 

Die freie Energieberatung ist da sicher ein guter erster Schritt. Doch was soll der Berater den ausrichten, wenn er Stromfresser auffindet oder die Fenster in der Sozialwohnung nicht dicht sind. Einsparpotenziale nutzen heißt oft auch Investitionen tätigen. Das Geld für energieeffiziente Kühlschränke oder neue Fenster haben Familien, die Ihre Stromrechnung nicht zahlen können, verständlicher weise nicht.

 

Es herrscht auf jeden Fall Handlungsbedarf in der sozialen Dimension der Energiewende. Auch wenn dies in der Legislaturperiode nicht mehr zum Tragen kommen, werden wir uns im Zuge der Energiewende sicherlich noch mit diesem Thema auseinandersetzen müssen, den es wird für 2014 eine weitere Steigerung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde erwartet. Der Strompreis würde damit auf durchschnittlich ca. 28 Cent pro Kilowattstunde steigen und der Kreis derer, die sich das nicht mehr leisten können, gleich mit.

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