iPhone 5S, Datenschutzlücke auf Finger(ab)druck

Von Alexander Fehr

Stellen Sie sich vor, Sie fliegen in die USA und ihre Fingerabdrücke sind schon da!

 

Gestern präsentierte der Apple Konzern seine neuen Produkte. Neu ist, dass gleich zwei Smartphone Serien an den Start gehen. Mit dem iPhone 5C wird der Erfolgsgarant auch wieder bunt. Was bei iPods schon immer ein Erfolgsmodell war, soll nun auch Individualisten auf der ganzen Welt erfreuen. Mit dem iPhone 5S soll die Erfolgsgeschichte im Premiumsektor fortgesetzt werden. Dies spiegeln auch die neuen Farben gold und spacegrau wieder.

 

Das neue iPhone ist aber nicht nur schneller, schöner, besser und vor allem teurer, sondern es kommt auch mit brandneuen Funktionen daher.

 

 

Ich will den Fokus dieses Artikels aber nicht auf die sicherlich beachtenswerten technischen Daten der neuen Geräte lenken und auch die Absatzstrategie soll hier unbeachtet bleiben. Viel interessanten ist die neue Fingerabdruckfunktion des 5S.

 

Mit einem Finger(ab)druck soll der Nutzererlebnis auf ein neues Niveau gehoben werden. Es soll Schluss sein mit dem ewigen Passwort und Pin Gewusel. Nie wieder etwas vergessen, denn der Finger ist glücklicherweise angewachsen. Klingt im ersten Augenblick echt super. Man muss sich nicht mehr so viele Zahlenkombinationen merken und auch keine neuen besonders sicheren ausdenken.

 

Doch hinter der neuen Komforttechnik steck auch eine Menge Risikopotenzial. Nach den Enthüllungen von Snowden ist gerade in Deutschland eine neue Sensibilität für das Thema Datenschutz entstanden. Gerade die großen US-Konzerne spielen bei der Datenbeschaffung durch die NSA wohl eine zentrale Rolle, den sie setzen Standards im Hard- und Softwarebereich und haben Ihren Sitz in den USA und damit im direkten Zugriffsbereich der Behörden.

 

Bisher ist das Ausmaß in der Kooperation zwischen Geheimdiensten und Unternehmen nicht vollends bekannt und wir wollen hier auch keine Verschwörungstheorien schüren. Gewiss ist jedoch, dass Sie mit Ihrem Fingerabdruck in der Cloud ein Persönlichkeitsmerkmal in die Hände eines US-Konzerns geben könnten, dass Ihnen persönlich und eindeutig zugeordnet werden kann. Während Passwörter und Pin-Nummer erst einmal abstrakte Zeichenfolgen sind, die grundsätzlich jedem Menschen zugerechnet werden können, ist Ihr Fingerabdruck einzigartig. Bei jedem Einkauf bei iTunes oder anderen Shops, bei jeder Entsperrung Ihres Telefons könnte so in Kombination mit beispielsweise den GPS Daten ein nur Ihnen zurechenbares Bewegungsprofil entstehen. Apple wirbt jedoch schon jetzt aktiv damit, dass der Fingerabdruck nur auf der Hardware des iPhones verbleibt.

 

Diese neue Technik ist damit sozusagen ein heiliger Gral der Nachrichtendienste. Bei geschickter Kombination von Daten kann damit eine infinite Beweiskette für Ihr gesamtes Handeln erstellt werden. Fragen Sie sich beispielsweise, wie oft am Tag Sie Ihr Handy entsperren, um mal kurz nachzusehen. Bei jeder Entsperrung würde eine einzig Ihnen zuordenbare Stecknadel in Ihrem Profil gesetzt werden.

 

Wenn Sie beispielsweise in die USA einreisen, müssen Sie bei der Einreise alle Fingerabdrücke abgeben. Diese wäre bei iPhone Nutzern gar nicht nötig, denn in der Cloud wären diese schon da.

 

Was hat das alle mit Energiewende zu tun? Eigentlich recht wenig auf den ersten Augenschein. Aber betrachten wir den Datenschutzeingriff durch die neue iPhone 5S Technologie, so erscheinen doch alle Bedenken, die derzeit bei der SMART-Metering Technologie als verhältnismäßig belanglos. SMART-Meter können erkennbar machen, wann sie wie viel Strom verwenden und damit implizit Informationen darüber geben, ob und wann jemand daheim ist. Mit dem Fingerabdruck des 5S würden Sie dies über den ganzen Tag verteilt sowieso machen.

 

Die Empfehlung kann hier nur lauten persönlich genau zu prüfen, wie und wo man selbst seine Daten informiert und freiwillig bereitstellt und wo man einfach nur dagegen ist. Achten sie doch einmal darauf, was in der nächsten AGB Änderung von Apple so alles steht. Das blöde ist, dass ich mir wohl persönlich so ein 5S zulegen werde. Da bleibt nur die Hoffnung, dass der Fingerabdruck nur optional und nicht obligatorisch ist.

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Kommentare: 3
  • #1

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