Der Diskurs zur Energiewende

Der Diskurs zur Energiewende in Deutschland ist in hohem Maße technologisch geprägt. Dabei werden vor allem die Chancen und Risiken von konventionellen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas, Atom) gegenüber den erneuerbaren Technologien (Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse, Geothermie) abgeglichen. 

 

Im Zuge dieses Technologiediskurses besteht die ständige Gafahr, dass sich die Experten so weit in technischen Details und Raffinessen verlieren, dass die Menschen nicht mehr mitkommen. In dem Durcheinander von physikalischen Kenngrößen, Leistungszahlen und Wirkungsgraden geht dem Bürger schon einmal der Überblick abhanden.

 

Dieser Homepage soll ein wenig Ordnung in das Durcheinander bringen und dabei weitestgehend auf die vielen technischen Kennzahlen verzichten und somit für jeden leicht verständlich die Chancen und Risiken der Energiewende darstellen. Diese Chancen und Risiken stellen sich auf mehreren Ebenen dar.

 

  • technische Chancen und Risiken (hier geht es um Technologien)
  • ökonomische Chancen und Risiken (hier geht es um Wirtschaftlichkeit, Kosten und Nutzen)
  • soziale Chancen und Risiken (hier geht es um Kommunikation, unsere Einstellungen und Gewohnheiten)

 

Der erste Technologieüberblick ist fertig. Wasserkraft und Geothermie folgen noch.

Erneuerbarer Strom

Die Energiewende wird derzeit in den Augen der Bürger darüber definiert wie sich der Stromsektor wandelt. Mit der Erhöhung des Anteils der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird sozusagen ein Energiewendebarometer definiert.

 

Im Jahr 2012 wurde unser Strom zu 22% aus erneurbaren Energien hergestellt. Erneuerbar wird dabei definiert als Ressource, die der Menschheit nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht und bei deren Nutzung nicht mehr CO2 freisetzt als diese in der Entstehung aufgenommen hat. Damit zählen zur den erneuerbaren Ressoucen für die Stromerzeugung Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme.

 

 

Energie ist mehr als Strom

Oft wird der Diskurs um die Energiewende stark verkürzt auf den Ausbau regenerativer Energien zur Stromerzeugung. Unser Gesamtenergieverbrauch setzt sich jedoch aus mehreren Bausteinen zusammen von denen elektrische Energie in Form von Strom ein wichtiger aber nicht der einzige ist. Neben dem Baustein elektrischer Strom stehen noch die Bausteine Wärme und Mobilität.

 

Eine erfolgreiche Energiewende muss für alle Ebenen des Energieverbrauchs passende Lösungen finden und darf sich nicht nur den Ausbau von erneuerbaren Stromerzeugern beschränken.

 

Für den Bereich Wärme sind Themen wie energetische Gebäudesanierung, Kraft-Wärme-Kopplungen, aber vor allem unsere Einstellung zum Klimaschutz und unser Verhalten beim Energieverbrauch ausschlaggebend. Die Politik muss hier günstige Bedingungen schaffen, um beispielsweise die Kosten für die energetische Gebäudesanierung gleichermaßen auf die Schultern von Mieter, Vermieter und Staat zu verteilen.

 

In dem Bereich Mobilität geht die Entwicklung in Richtung Elektrofahrzeuge. Hier entstehen neben technologischen Herausforderungen auch offenen Fragen bezüglich unseres Verhältnisses zu unseren Fahrzeugen (Stichwort Statussymbol) unseres Mobilitätsverhaltens und unserer Einstellungen und Gewohnheiten. 

 

 

Die soziale Dimension des Energiesystems

Ziele eines neuen Energiesystems ©VDE
Ziele eines neuen Energiesystems ©VDE

Die Begriffe Energie und System werden in der Physik über den Energieerhaltungssatz gekoppelt. Dieser besagt, vereinfacht ausgedrückt, dass sich die Gesamtenergie in einem abgeschlossenen System über die Zeit nicht ändert. Energie geht damit nicht verloren, sondern wandelt nur ihren Zustand.

 

In der sozialwissenschaftlichen Verwendung wird eine begriffliche Neubestimmung notwendig. Das Energiesystem muss hier als soziales System verstanden werden. Demnach ist das Energiesystem jenes System, indem sich die Kommunikation in dem Medium der Energiesicherheit äußert. „Diese Aussage basiert auf der Überlegung, daß das Energiesystem wie jedes andere komplexe System nicht beliebigen Schwankungen und Veränderungen ausgesetzt werden kann, sondern aufgrund langfristiger Funktionsprinzipien und Rahmenbedingungen nach Stabilität und Kontinuität strebt.“ (Studien einer gemeinsamen Forschungsgruppe der Energieforschungsanlage Jülich GmbH und des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., 1987).

 

Forderung nach der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit des Energiesystems sind also bereits dessen enge Kopplungen mit anderen Systemen wie der Wirtschaft oder der Moral. Die Beschreibung des Energiesystems als soziales System liefert erste Anhaltspunkte dafür, warum es sich nicht beliebig durch andere Systeme formen lässt. Eine Wandel unseres Energiesystems muss also auf mehreren Ebenen erfolgen.

Energieblogger, Energiewende, Community

News