Erneuerbare Wärme

Heizkörper

Der Diskurs um die Energiewende wird im Wesentlichen über den Strom geführt. Dabei wurde der Bereich Wärme leider viel zu lange vernachlässigt. Langsam findet auch hier ein Umdenken statt, denn der überwiegende Energieverbrauch von privaten Haushalten entsteht im Wärme-Sektor. Auf Heizungen aber auch zunehmend Klimaanlagen entfallen mehr als 35% der gesamten Energiekosten privater Haushalte. Das Einsparpotenzial hier ist riesig und die persönliche Einflussnahme ist hier deutlich besser gegeben als bei fremdbestimmten Strompreisen.

Erneuerbare und fossile Wärme
Erneuerbare und fossile Wärme
Monatliche Kosten für Energie
Monatliche Kosten für Energie

Chancen und Risiken erneuerbarer Wärme

Wärmeverbrauch in privaten Haushalten
Wärmeverbrauch in privaten Haushalten

Im Jahr 2009 deckten Erneuerbare Energien 10,7 Prozent des gesamten deutschen Wärmebedarfs. Etwa 140.000 Holzpelletheizungen, 400.000 Wärmepumpen und über 1,5 Millionen Solarthermieanlagen sind in deutschen Häusern installiert.

 

Gerade bei Neubauten sind die Fortschritte im Bereich der Wärme erfreulich. Aus dem Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) geht hervor, dass in der Hälfte aller zwischen 2009 und 2011 errichteten Neubauten Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien eingesetzt wurden. Doch der Neubaubestand in Deutschland spielt nur eine untergeordnete Rolle. Beim Hauptbestand des Gebäudesektors dominieren mit ca. 78 Prozent nach wie vor Heizungen auf Basis von Öl und Gas. Dabei bietet die Modernisierung der Heizungsanlagen mit erneuerbaren Technologien deutliche Chancen.

 

Chancen

  • Erneuerbare Energien sorgen effizient und klimaschonend für ein warmes Zuhause
  • Sie reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und schaffen damit mehr Unabhängigkeit von Preisanstiegen auf dem Weltmarkt. Der Heizölpreis ist beispielsweise zwischen 2010 und 2011 um 13% gestiegen.
  • Mit einer Wärmepumpe, Solarthermieanlage oder einer Holzpelletsheizung werden Ein- und Mehrfamilienhäuser unabhängig von fossilen Brennstoffen. Siedlungen und Stadtteile können über Nahwärmenetze effizient mit Wärme aus Biogas oder Holz versorgt werden.
  • Schon heute sind die Erneuerbaren Heiztechnologien konkurrenzfähig zu konventionellen fossilen Heizungsanlagen
  • Mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz gibt es seit 2009 Förderung und Forderung von Bauherren, den Wärmebedarf von Neubauten anteilig aus Solarenergie, Biomasse oder Erdwärme zu decken.
  • Auch Sanierungsvorhaben werden von der KfW oder BAFA gefördert

 

Die Bundesregierung hat sich im Wärmesektor zum Ziel gesetzt, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 14 Prozent zu erhöhen. Dies kann durch Einzelmaßnahmen wie eine verbesserte Dämmung des Hauses, dem Anschluss an ein Fernwärmenetz oder Kraft-Wärme-Kopplung erfolgen.

 

Über den Pflichtanteil hinaus wird das Heizen mit Erneuerbaren Energien durch das Marktanreizprogramm gefördert. Eine sogenannte „Klimaprämie“ erhält, wer eine Solarthermieanlage, einen automatisch beschickten Holzpellet- oder Scheitholzofen oder eine Erdwärmesonde einbaut. Je nach Größe und Beschaffenheit der Anlage variiert dieser Investitionskostenzuschuss. Zinsgünstige Darlehen vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

 

Risiken

  • Die Risiken sind gering und je nach Technologie unterschiedlich. Erdwärme, Solarthermie oder Holzpelletheizungen haben eigene Vor- und Nachteile
  • etwas höhere Anschaffungskosten als bei konventionellen Heizsystemen
  • nicht jede Technologie ist für jedes Gebäude geeignet

Wärmepumpen

Erdwärme
Erdwärme

Holzpelletheizung

Biomasse
Biomasse

Solarthermie

Solarenergie
Solarenergie

Energieblogger, Energiewende, Community

News